Finanzierung von Infrastrukturen, um die Zukunft mitzugestalten

News - 26.04.2017

Sowohl in den Schwellenländern als auch in Europa steigen die Anforderungen an Verkehrssysteme, Telekommunikation und Energieanlagen. In den Schwellenländern sind noch viele Baumaßnahmen nötig, in Europa müsste die Infrastruktur aus den 80er/90er Jahren mit weiteren großen Investitionen erneuert werden. Regierungen und traditionelle Banken können diese Projekte nicht alleine finanzieren.

Kann eine private Finanzierung über Infrastrukturfremdkapital DIE Lösung schaffen, welche die Interessen von Investoren mit sozialen Bedürfnissen in Einklang bringt? Dies ist nur möglich, wenn eine solide Erfahrung im Bereich Financial Engineering vorhanden ist. Diese Erfahrungen müssen sehr gezielt mit der Fähigkeit kombiniert werden, sich bei Projekten schon sehr früh zu beteiligen, um deren Angemessenheit sicherstellen zu können.

Der Bau von Straßen, Brücken und Krankenhäusern sowie die Entwicklung von Transportsystemen, Erneuerbaren Energien und Telekommunikation sind Beispiele für die weltweite Nachfrage nach Infrastrukturen, insbesondere in den Schwellenländern.

«Dabei unterstreicht Jean-Francis Dusch, Head of Infrastructure Management von Edmond de Rothschild Asset Management, die Wichtigkeit der Finanzierung von Infrastrukturen: „Wir sollten hierbei auch Westeuropa nicht vergessen, wo Anlagen veralten und ersetzt werden müssen. Darüber hinaus werden in Bezug auf die Entwicklung der Globalisierung von europäischen Infrastrukturen neue große Projekte umgesetzt“. Vor dem Hintergrund der Ressourcenknappheit und der Energiewende ist Europas Bedarf an effizienteren und umweltfreundlicheren Infrastrukturen ein zentrales Thema.»

 

 

Vor dem Hintergrund der Ressourcenknappheit und der Energiewende ist Europas Bedarf an effizienteren und umweltfreundlicheren Infrastrukturen ein zentrales Thema. Die Europäische Kommission schätzt den Investitionsbedarf der größten Regierungsprojekte der Mitgliedsländer bis 2020 auf 2.000 Mrd. EUR.

Engagement von institutionellen Investoren in einem wichtigen Segment der Marktwirtschaft

Noch vor kurzem wurde die überwiegende Mehrheit der Infrastrukturprojekte von Banken finanziert. Warum hat sich dies geändert? Die Finanzkrise im Jahr 2008 und neue Regelungen im Rahmen des Basel-III-Abkommens haben dazu geführt, dass Banken ihre langfristigen Kreditvergaben reduzieren mussten. Das Phänomen der abnehmenden Bedeutung der Banken als Finanzvermittler (Disintermediation) öffnete in Verbindung mit einem Mangel an staatlichen Mitteln die Tür für private Finanzierungen. Neue Akteure spielen eine zunehmend wichtigere Rolle bei alternativen Finanzierungslösungen.

Heutzutage bietet das Infrastrukturfremdkapital Chancen für langfristig orientierte Investoren, die nach Rendite und Diversifikation suchen.

Infrastrukturfremdkapital profitiert von Fundamentaldaten, die in Bezug auf Kreditwürdigkeit der Vermögenswerte, geringer Volatilität und stabilem Cashflow bei langfristigen Laufzeiten als robust gelten. Die Vorteile sind mit Blick auf die Rendite klar ersichtlich. Die meisten Infrastrukturanlagen genießen eine nahezu monopolistische Position und bieten wichtige Dienstleistungen, angepasst an die jeweiligen Märkte. Infrastrukturanlagen profitieren auch von politischer Unterstützung und regulatorischen Anreizen.

"Heutzutage bietet das Infrastrukturfremdkapital Chancen für langfristig orientierte Investoren, die nach Rendite und Diversifikation suchen"


Jean-Francis Dusch erläutert, dass im derzeitigen Niedrigzinsumfeld das Infrastrukturfremdkapital eine zusätzliche Illiquiditätsprämie bietet, und zwar dank der Projektorientierung und der Selektionsfähigkeit durch sein Team:

«Bei Vermögenswerten in Infrastrukturfremdkapital ist es möglich, höhere Renditen zu erzielen, da sie in Sektoren positioniert sind, in denen traditionelle Kreditgeber weniger präsent sind. Dabei gibt es weder eine Vernachlässigung der Sicherheit noch der Dauer oder der Stabilität der Erträge. So bieten diese Anlagen eine überzeugende Alternative zu anderen Vermögenswerten. Wir nutzen innovative Strukturen im Sektor der Erneuerbaren Energien und öffentlich-private Partnerschaften im Bereich Healthcare und bei Flughäfen. Teilweise schaffen wir Liquidität, die sonst nicht verfügbar wäre, da wir Strukturen aufbauen können, die besser zum Typ der zugrunde liegenden Infrastruktur passen.»

Investieren, wo andere nicht präsent sind

In den vergangenen zehn Jahren hat die Edmond de Rothschild Group ein Beratungsgeschäft zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten aufgebaut und ihre Position als einer der renommiertesten Marktakteure ausgebaut. Dies wurde durch den erfolgreichen Abschluss der Finanzierung für eine Reihe von Flaggschiff-Transaktionen erreicht, insbesondere in den Regionen Europa und Afrika.

Das Team um Jean-Francis Dusch in London deckt alle Branchen und eine breite Auswahl von Finanzierungssituationen (Projektfinanzierung, Neugeschäft oder Asset-Refinanzierung) in Europa ab, und zwar durch einen gründlichen, aber zugleich vorsichtigen Ansatz:

«Wir haben in jedem Land die Sektoren identifiziert, in denen die attraktivsten Möglichkeiten für unsere Investoren zu finden sind. Zum Beispiel ist der Sektor Telekommunikation in Deutschland derzeit sehr attraktiv, ebenso in Frankreich und Großbritannien.»

Die Investition in Infrastrukturen erfordert selbstverständlich ausgiebige Kenntnisse im Bereich Financial Engineering. Die Vielfalt der potentiellen Investmentmöglichkeiten erfordert zudem ein perfektes Verständnis des rechtlichen Rahmens der jeweiligen Länder (Frankreich, Großbritannien, Benelux, Deutschland, Österreich, Skandinavien usw.) und tiefgehende Kenntnisse der neuesten technologischen Entwicklungen im Bereich der Infrastrukturen. Der Zugang zu einem globalen Netzwerk von Infrastruktur-Akteuren ist eine weitere wichtige Voraussetzung.

Aus diesem Grund hat Jean-Francis Dusch ein Team von Experten mit jeweils 15 bis 20 Jahren Erfahrung aufgebaut, die es gewohnt sind, komplexe Strukturen zu entwerfen und bereits bei früheren Transaktionen zusammengearbeitet haben. Nach Jean-Francis Dusch ist gebündeltes Knowhow der Schlüssel für erfolgreiches Handeln:

« Wir wenden einen unternehmerischen Ansatz an und suchen effiziente Finanzierungsbedingungen. Wir sind in ständigem Kontakt mit unseren Investoren, die auch Entscheidungsträger sind. Das gesamte Team ist verantwortlich gegenüber unseren Investoren, das zeigt auch die Art und Weise, wie wir zusammenarbeiten»

Das Team sorgt dafür, dass die Kunden früh in die Projekte einbezogen werden, indem sie in ständigem Kontakt bleiben. Dadurch wird eine starke Co-Investment-Beziehung mit den Investoren entwickelt.

Gemeinsamer Aufbau von beständigen und verantwortungsbewussten Projekten

Das Team wird so früh wie möglich in die Projekte involviert. Dies ermöglicht es, früh in die Strukturierung einzugreifen, um die günstigsten Bedingungen für den Investor zu vereinbaren und potentielle Projekte vollständig zu verstehen oder sogar zu beeinflussen:

«Da das gesamte Team Erfahrungen in der traditionellen Bankenbranche vorweisen kann, wissen wir, wie Kreditinstitute agieren. Wir machen Investoren ausfindig und strukturieren große Projekte, sodass wir dann selektiv Entscheidungen treffen können. Zum Beispiel können wir einen ersten Deal ausschlagen, wenn uns die Bedingungen nicht optimal erscheinen. Unsere Erfahrung ermöglicht es uns in solchen Fällen, ein alternatives Projekt vorzuschlagen, das letztlich übernommen werden kann.»

Das Team deckt alle Sektoren unter gewissen Voraussetzungen ab, die von Jean-Francis Dusch verdeutlicht werden:

«Die Projekte müssen sinnvoll sein, auch im Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung»

Die nachhaltige Entwicklung wird anhand des Engagements in den Bereichen Umwelt-, Wirtschafts- und Sozialentwicklung beurteilt:

«Uns wurde beispielsweise die Möglichkeit angeboten, an der Sanierung eines Stromkraftwerks in Südfrankreich zu partizipieren. Da die Anlage jedoch durch Umweltbelastung betroffen ist, haben wir beschlossen, uns nicht zu engagieren. In den von uns unterstützten Projekten arbeiten wir mit den Experten der Projektträger zusammen. Wir können sagen, welche Punkte für uns wichtig sind und welche Themen für unsere Investoren eine Rolle spielen, die ihre ESG-Kriterien (Environmental, Social, Governance) berücksichtigen müssen. Zum Beispiel können wir im Falle eines Autobahnbaus auf das Vorhandensein von Schallschutzwänden bestehen.»

 


Die Familie Rothschild als Pioniere im Bereich Infrastruktur 

Die Unterstützung von Großprojekten mit Blick auf den Aufbau einer nachhaltigen Welt ist eines der historischen Markenzeichen der Familie Rothschild, die zu großen Projekten wie dem Suezkanal im Jahr 1875 und den europäischen Schienennetzen beigetragen hat. Diese Tradition wird auch im 21. Jahrhundert mit Überzeugung aufrechterhalten.

Ariane de Rothschild erklärte etwa im Jahr 2014: «Die Infrastrukturfinanzierung ist seit Beginn der industriellen Ära ein wichtiges Investmentthema für unsere Familie. Mein Mann Benjamin und ich sind sehr stolz auf diese Pionierrolle, und wir haben vor, unser Engagement in diesem Bereich fortzusetzen.»