Jetzt ist Zeit für extreme Vorsicht

Asset-Allokation Strategie - 16.08.2019

Wir haben bereits am 2. August das Exposure in europäische Aktien reduziert, weil die US-Notenbank Fed zu einer neutraleren und weniger proaktiven Haltung zurückgekehrt ist.

Wir haben mehr Aktien verkauft, weil:

  • die Umkehrung der US-Zinskurve beunruhigend ist, da sie sich nach dem letzten Treffen des Offenmarktausschusses eigentlich hätte normalisieren sollen. Vor allem, wenn man sich das kurze Ende der Kurve ansieht. Es ist unangemessen, dass die Märkte nach wie vor mit einer Zinssenkung von 100 Basispunkten rechnen, da die Fed de facto neutrale Signale aussendet. Die Umkehrung der Zinskurve war stets ein zuverlässiger Frühindikator für einen wirtschaftlichen Abschwung.
  • die neuesten chinesischen und deutschen Konjunkturdaten daraufhin deuten, dass sich die wirtschaftliche Situation verschlechtert. Die Verlangsamung kommt nicht überraschend, da Peking die Wachstumsprognosen bereits auf 6 Prozent gesenkt hatte. Angesichts von Ungleichgewichten aus früheren Konjunkturprogrammen begleitet die chinesische Regierung nun den Abschwung und sieht von einer expansiveren Politik ab. Darüber hinaus behält sie Reserven zurück für den Fall, dass das Wachstum einen größeren Einbruch erleidet. Ein Konjunkturprogramm könnte auch für Deutschland diskutiert werden, wo das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2019 schrumpfte. Die Bundesregierung hat sicherlich einen erheblichen Handlungsspielraum. Doch auch hier führt politischer Druck dazu, dass nichts Drastischeres zu erwarten ist als Maßnahmen, die den Abschwung begleiten oder mildern sollen.

Im bisherigen Jahresverlauf verzeichneten die Aktienmärkte Renditen, die angesichts der vorherrschenden Rahmenbedingungen normalerweise undenkbar wären. Hierzu zählt eine Ertragsverlangsamung, einen zunehmend fragileren Konjunkturzyklus und ein riskanter werdendes politisches Umfeld, welches das Vertrauen der Unternehmen weltweit schwächt.

Nach unserer Ansicht sind die beachtlichen Renditen vollständig darauf zurückzuführen, dass die Zentralbanken zwischen dem vierten Quartal 2018 und dem jüngsten Treffen des Offenmarktauschusses eine Kehrtwende vollzogen haben.

Die Kernpunkte
  • Eine neutrale Haltung der Fed
  • Wir bleiben mit äußerster Vorsicht investiert
  • Wir haben die US-Aktienuntergewichtung leicht erhöht

 

Anleger sollten beachten, dass die Fed jetzt versucht, weniger proaktiv und stattdessen reaktiver, das heißt neutraler, zu sein. Die Geldpolitik besitzt an Wendepunkten oft einen sehr großen Einfluss auf die Märkte, während ihre Bedeutung anschließend nachlässt. Wir sind davon überzeugt, dass ein Großteil des von den Zentralbanken angeheizten Marktwachstums bereits stattgefunden hat und sich das Umfeld zukünftig verschlechtert.  Es ist jetzt Zeit für Gewinnmitnahmen und extreme Vorsicht.

Wir haben beschlossen, US-Aktienpositionen nach der Entwicklung vom 13. August zu verringern und unsere Aktienuntergewichtung leicht zu erhöhen.

    Unsere Überzeugungen für September Veränderungen gegenüber dem Vormonat
AKTIEN
USA
Europa
  Eurozone
  Großbritannien
Japan
Schwellenländer
Thematische Aktien
ANLEIHEN
USA
Eurozone
Investment Grade
  USA
  Eurozone
High Yield
  USA
  Eurozone
Schwellenländer
DIVERSIFIKATION    
Wandelanleihen
US-Dollar
GELDMARKT

 

Die nächsten wichtigen Termine
  • Nächstes EZB-Treffen: 12. September
  • Nächstes Fed-Treffen: 17. und 18. September
  • Brexit-Datum?: 31. Oktober

 

Elément complémentaire